Gebrauchte Software: Rechtliches

Immer mehr Unternehmen setzen auf gebrauchte Software, da diese wesentlich günstiger als eine neuwertige Lizenz ist. Auch aktuelle Software ist in gebrauchtem Zustand erhältlich und wird entweder privat oder über Drittanbieter verkauft. Der Vorteil dabei: Gebrauchte Software ist auch nach langer Nutzung in einem neuwertigen Zustand. Dennoch zögern viele beim Kauf einer gebrauchten Lizenz, da es eine rechtliche Grauzone zu sein scheint. Dabei ist die Rechtslage klar: Der Kauf gebrauchter Software ist absolut legal. Wir erklären Ihnen, auf welchen Grundsätzen diese Entscheidung basiert.

Der Erschöpfungsgrundsatz

Der Erschöpfungsgrundsatz des 1965 verkündeten Urheberrechtes besagt, dass das Verbreitungsrecht eines Herstellers genau dann erlischt, wenn es mit seiner Zustimmung zum ersten Mal in den Verkehr gebracht wird. Das bedeutet, dass der Erstkäufer mit den Lizenzrechten auch das Recht an für einen Weiterverkauf erwirbt. Zwar liegen die anfänglichen Rechte beim Hersteller, damit er für seine Leistung angemessen vergütet wird, doch anschließend werden diese vollständig an den Käufer abgegeben.

Gerichtsurteile

Große Softwarehersteller klagten wiederholt gegen den Verkauf gebrauchter Software, allerdings erfolglos. Im Juli 2012 bestätigte der Europäische Gerichtshof, dass dieses Verfahren rechtens sei. Dieses Urteil bestätigte auch der Bundesgerichtshof im Jahre 2013.

In einem früheren Urteil wurde außerdem bestätigt, dass der Verkauf gebrauchter Software auch ohne die Zustimmung des Herstellers erlaubt sei. Das letzte Urteil wurde 2016 verkündet und besagt, dass auch aufgespaltene Volumenlizenzen verkauft werden dürfen, aber der Kauf nur vorsichtig getätigt werden solle.

Es ist absolut legal, gebrauchte Software zu kaufen. Deshalb nehmen auch große Unternehmen diese Möglichkeit in Anspruch. Dennoch ist es wichtig, Anbieter zu vergleichen und nicht das erstbeste Angebot zu wählen, da häufig Raubkopien oder gefälschte Lizenzen angeboten werden.